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Greening - Das neue Direktzahlungssystem

Wie gestaltet sich das sogenannte Greening?

Ökobetriebe sind vom Greening ausgenommen.

Das Greening (verpflichtend, wenn Basisprämie beantragt wird) erstreckt sich auf 3 Maßnahmen:

1. Erhalt von Dauergrünlandflächen (Wiesen und Weiden)
  • in FFH (Flora-, Fauna-, Habitat-)-Gebieten absolutes Umwandlungs- und Pflugverbot
  • bei Grünland, das nicht in FFH-Gebieten liegt: Umwandlung von Dauergrünland in andere Nutzungen nur noch, wenn dafür an anderer Stelle neues Dauergrünland angelegt wird (muss beantragt und genehmigt werden!)
  • Schutz des sonstigen Dauergrünlands auf nationaler bzw. regionaler Ebene (Bundesländer)
    - DGL-Anteil an der gesamten LF darf nicht um mehr als 5% im Vergleich zur Referenz abnehmen
    - Bei Überschreiten der 5%-Schwelle: Rückumwandlungsgebot (Bayern!)

Pflugregelung:

Dauergrünland ist bisher als Fläche definiert, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt wird und seit mindestens fünf Jahren nicht Bestandteil der Fruchtfolge ist. Seit 30. März 2018 gilt jedoch die sogenannte Pflugregelung. Das bedeutet:

  • Flächen, auf denen mehrere Jahre hintereinander Grünfutterpflanzen (Gras, Kleegras) angebaut werden, behalten ihren Ackerstatus, sofern sie mindestens alle fünf Jahre gepflügt werden, auch wenn im Anschluss auf der Fläche wieder Kleegras oder Gras angebaut wird.
  • Wichtig für den Landwirt: Sofern er wieder Gras oder Kleegras auf der Fläche ansät, muss er das Pflügen innerhalb eines Monats nach dem Pflügen seinem zuständigen Amt mitteilen.
    Versäumt der Landwirt diese Frist, so verliert er den Ackerstatus auf der Fläche.
  • Auch das Pflügen von Dauergrünlandflächen zählt nun als Umwandlung, auch wenn es lediglich der Grünlanderneuerung dient und wieder Gras angesät wird. Das bedeutet, dass die Fläche dadurch im Prinzip zu Ackerland wird. Dauergrünland darf jedoch nur mit Genehmigung umgewandelt werden. Daher muss sich der Landwirt diese Form der Grünlanderneuerung von der Behörde genehmigen lassen. Diese ist meist an die Bedingung geknüpft, dass an gleicher Stelle oder an anderer Stelle in derselben Region eine Fläche in gleicher Größe neu als Dauergrünland angelegt wird.

Unter die Pflugregelung fällt auch der Einsatz von Grubber, Kreiselegge oder Fräse.

2. Vielfalt beim Anbau von Kulturen auf Ackerflächen (Anbaudiversifizierung)
  • Ausgenommen sind Betriebe mit
    - < 10 ha Ackerfläche
    - > Betriebe mit 75% der LF Grünland bzw. Ackerfläche mit Ackergras, Kleegras oder Leguminosen
  • Ackerfläche zwischen 10 und 30 ha → 2 verschiedene Kulturen

Gafik Greening Anbaudiversifizierung unter 30 ha.jpg

  • Ackerfläche über 30 ha → 3 verschiedene Kulturen

Gafik Greening Anbaudiversifizierung über 30 ha.jpg

Relevanter Zeitraum: 01. Juni - 15. Juli

Definition "landwirtschaftliche Kultur(pflanze)":

  • jede botanische Gattung ist eine Kultur
  • Ausnahme Brassicaceae, Solanaceae und Cucurbitaceae: hier ist jede Art eine Kultur; Dinkel ist auch eine eigenständige Kultur
  • Winter-/ Sommerkultur je eine Kultur (Sommer-/ Winterweizen)
  • Kleegras und andere Grünfutterpflanzen (z.B. Rotklee oder Luzerne in Reinsaat) werden als eine Kultur zusammengefasst

3. Ökologische Vorrangfläche (ÖVF)

5% der Ackerfläche, die im Interesse des Umweltschutzes genutzt wird

  • Ausgenommen sind Betriebe mit
    - < 15 ha Ackerfläche
    - > 75% der LF Grünland bzw. Ackerfläche mit Ackergras, Kleegras oder Leguminosen
    - Ökologischer Bewirtschaftung
    - ausschließlich Dauerkulturen (z.B. Wein, Obst, Hopfen)

Ökologische Vorrangflächen und deren Gewichtung

Die unterschiedliche ökologische Wertigkeit der verschiedenen Arten von ökologischen Vorrangflächen wird über Gewichtungsfaktoren berücksichtigt. Das heißt zum Beispiel, dass eine deutlich höhere Fläche mit Zwischenfrüchten bebaut werden muss, um diese als äquivalent zu einem Hektar nicht genutzter ökologischer Vorrangflächen anzuerkennen. So beträgt der Gewichtungsfaktor für Zwischenfrüchte nur 0,3, dagegen beträgt der Gewichtungsfaktor für brach liegende Felder 1,0 und für die ökologisch besonders wertvollen Hecken gilt sogar ein Gewichtungsfaktor von 2,0.

Stickstoffbindende Pflanzen (Faktor 1,0)

  • zulässige Kulturen siehe Anlage
  • es können auch Mischungen von Leguminosen mit anderen Pflanzen verwendet werden, sofern die Leguminosen augenscheinlich im Bestand eindeutig vorherrschend sind!
  • Saat spätestens am 15. Mai (Kultur muss vom 15. Mai bis 15. August (grobkörnige Leguminosen) bzw. 31. August (kleinkörnige Leguminosen) auf der Fläche sein)
  • Düngung nach guter fachlicher Praxis bleibt zulässig
  • kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln von der Aussaat bis zur letzten Ernte ( → Saatgutbeizung ebenfalls verboten!)
  • nach Beendigung des Anbaus im Antragsjahr ist eine Winterkultur oder Winterzwischenfrucht auszusäen
  • Folgekulturen (bzw. Zwischenfrüchte) müssen bis 15.02. des Folgejahres auf der Fläche belassen werden
  • Unsere LandGreen Connect-N G Mischungen sind Greening-fähig (NC 422)!
  • Mindestgröße: 0,1 ha

Zwischenfrüchte (Faktor 0,3)

  • nach Ernte der Vorkultur kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, mineralischen Stickstoffdüngern und Klärschlamm
  • Einsaat einer Kulturpflanzenmischung aus mindestens 2 Arten
  • Keine Art darf mehr als 60% der Mischung ausmachen, alle Gräserarten in der Mischung dürfen insgesamt nicht mehr als 60% der Mischung ausmachen.
    Maßgeblich ist die Anzahl der Samen (= BSV Flächenprozente)
  • sämtliche Getreidearten sowie "invasive Arten" sind aus der Artenliste gestrichen worden (Ausnahme Sandhafer)
  • Aussaat nach Ernte der Vorkultur bis spätestens 01. Oktober
  • Zwischenfrüchte und Begrünungen müssen bis mind. zum 15. Februar des Folgejahres auf der Fläche verbleiben (kein aktives Beseitigen oder Zerstören der Kulturen; Schlegeln ist zulässig).
    Nach dem 15. Februar ist eine wirtschaftliche Nutzung der Bestände möglich.
  • eine Futternutzung im Antragsjahr ist nicht zulässig, nach dem 15.02. kann eine Futternutzung erfolgen
  • Nach der Zwischenfrucht muss im Folgejahr wiederum eine Hauptkultur folgen. Das darf nicht die vorherige Zwischenfrucht sein.
  • ÖVF-Zwischenfrucht nach ÖVF-Eiweißpflanzen nicht möglich (Fläche nur einmal anrechenbar)
  • Unsere GeoVital-Saatmischungen sind im vollen Umfang Greening-konform!

Untersaaten (Faktor 0,3)

  • Anerkannt werden "Untersaaten von Gras / Leguminosen in eine Hauptkultur" (es bestehen keine Vorgaben zu den Arten der Gräser oder Leguminosen)
  • Untersaaten müssen nach der Ernte der Hauptkultur bis zum 15.02. des folgenden Jahres auf der Fläche bleiben und dürfen in der Zeit nicht wirtschaftlich genutzt werden
  • Überführung in Feldfutterbau möglich
  • Als Untersaat zählt auch der Anbau unserer VollGas 110 SP, sofern Getreide-GPS als Hauptfrucht angegeben wird und die Mischung nach der Ernte bis zum 15.01. auf der Fläche belassen wird und in diesem Zeitraum keine weitere Nutzung erfolgt, weitere Nutzung erst ab 15.01.
  • GeoVital U 100, GeoVital U 200

Untersaaten und Zwischenfrüchte müssen vor Vegetationsende einen ordentlichen Bestand aufweisen (Bodenbedeckung > 40%)

Brache mit Honigpflanzen (Faktor 1,5)

  • Arten gemäß Artenliste (nektar- und pollenreich)
  • Aussaat bis spätestens 31.05.
  • Keine landwirtschaftliche Nutzung, N-Düngung & chemische Pflanzenschutzmaßnahme
  • Ab 1. Oktober kann Winterung gesät werden (z.B. Winterweizen)
  • Beweidung durch Schafe / Ziegen ab 1. Oktober möglich
  • Fläche mit mehrjähriger Mischung ist max. 3 Jahre als öVF anrechenbar (NC 066)
  • NaturPlus NBB 100 öko (NC 065), NaturPlus BM 100 hoch (NC 065), NaturPlus BW 900 (NC 066)

Hier gelangen Sie zu unseren Greening-fähigen Mischungen!

Artenliste mit zugelassenen Arten

Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Für Vollständigkeit und Richtigkeit können wir aber keine Gewähr übernehmen. Stand April 2018